Naturwunder in Spanien

1.) Monte Perdido

Der Monte Perdido, auch der Verlorene Berg genannt, ist mit einer Höhe von 3.355 Metern der dritthöchste Berg des Landes Spanien. Er befindet sich im gleichnamigen Nationalpark Ordesa y Monte Perdido direkt an der Grenze zu Frankreich. Aufgrund der Schönheit dieser Landschaft wurde dieses Bergmassiv in das Weltkulturerbe der UNESCO aufgenommen.
Der Monte Perdido ist vor allem bei Bergsteigern und Kletterern ein beliebtes Ausflugsziel, jedoch ist der Aufstieg nicht ganz einfach, wenn auch landschaftlich wunderschön. Die Tour dauert etwa drei Stunden. Diese Tour führt vorbei am Lago Helado, dem gefrorenen See, einem weiteren Highlight dieser Region. Vom Gipfel des Monte Perdido hat man einen traumhaften Panoramablick auf das umliegende Bergmassiv. Die Erstbesteigung des Monte Perdido fand im Jahre 1791 durch Colonel Maury, einen spanischen Kartograph, statt. Unterscheiden muß man hier zwischen Süd- und Nordseite des Berges. Während die Südseite allmählich abfällt, ist die Nordseite des Massivs wesentlich schroffer; auch herrscht an der Nordseite ein feuchteres Klima.

2.) Guadalquivir-Sümpfe

Ebenfalls für Naturliebhaber ein interessanter Platz sind die Sümpfe am Fluß Guadalquivir. Diese befinden sich etwas landeinwärts im Nationalpark Coto de Doñana, welcher sich von der Mündung des Flusses Guadalquivir nahe Sevilla bis weit in das Landesinnere Spaniens zieht. Ebenso wie Ciudad Encantada und Sierra del Torcal ist dieses Gebiet ein Mekka für Pflanzen- und Tierliebhaber. Die Sumpfgebiete gelten als größtes Feuchtgebiet in Spanien; an den Sümpfen brüten die verschiedensten Vögel; angefangen von exotischen Flamingos über Graugänse bis hin zu Falken, Milanen und Adlern. Doch auch einige interessante Säugetierarten leben im Einzugsgebiet der Guadalquivir-Sümpfe, so zum Beispiel Füchse oder auch wild lebende Pferde. Bekannt ist das Gebiet um die Guadalquivir-Sümpfe zudem besonders bei Pilgerern; der kleine Wallfahrtsort El Rocio lockt jährlich Tausende Gläubige an. Beachten sollte man, dass eine Tour entlang der Guadalquivir-Sümpfe nur mit entsprechender Führung möglich ist. Es empfiehlt sich unbedingt, diese Touren vorher anzumelden, da sie meist schon Monate im Voraus ausgebucht sind.

3.) Ciudad Encantada

In La Ciudad Encantada, auch die "verzauberte Stadt" genannt, findet man eine beeindruckende Karstlandschaft - ein wahres Paradies für Naturliebhaber. Entstanden ist diese Landschaftsform durch die Einwirkung verschiedener Naturgewalten wie Sonne, Wind und Wasser. Die Vielfalt der hier befindlichen Gesteinsformationen ist wohl einzigartig; jeder dieser Steingebilde trägt einen Namen; meistens wurden Tiernamen vergeben. Um die Formationen herum findet man einen umfangreichen Kiefernbewuchs.
Aufgrund der Einzigartigkeit der Landschaft von Ciudad Encantada bildete die Stadt Kulisse für zahlreiche Filmproduktionen, unter anderem "Der Letzte Mohikaner", "Conan, der Barbar", "Der Koloss von Rhodos" und viele weitere bekannte Western. Ciudad Encantada kann gegen Entrichtung eines Eintrittspreises in Höhe von 3 Euro besichtigt werden; zu empfehlen ist ein Besuch im Frühjahr oder Herbst, da im Sommer meist zahlreiche Touristen unterwegs sind. Die Gegend um Ciudad Encantada ist sehr gut ausgeschildert, so dass Touristen sich gut zurechtfinden. Bereits im Jahr 1929 wurde dieses Gebiet zum Naturschutzgebiet erklärt.

4.) Sierra del Torcal

Sierra del Torcal ist ein etwa 17 Quadratkilometer großer Nationalpark in Spanien. Inmitten dieser Bergkette findet man die wohl schönsten Kalksteinformationen in ganz Europa. Beeindruckend ist auch die überaus üppige Vegetation dieser Gegend, welche durch den fruchtbaren Lehmboden entsteht. Lilien, Weißdorn, Efeu und wilde Rosen bilden hier ein buntes Blütenmeer. Seltene Tiere wie Echsen, Schlangen, Eidechse, Iltisse und Dachse fühlen sich in der kargen Kalksandsteinlandschaft auch pudelwohl. Entstanden ist dieses beeindruckende Landschaftsbild vor mehr als 200 Millionen Jahren durch Bewegungen der Erdkruste. So wurde der Meeresboden nach oben gedrückt; die höchsten Erhebungen der Gegend sind heute mehr als 1.300 Meter hoch. Höchste Erhebung der Bergkette ist mit 1.336 Metern der Camorro de las Siete Mesas. Die Sierra del Torcal, auch El Torcal genannt, besteht aus insgesamt vier geologischen Abschnitten: Sierra Pelada, Torcal Alto, Torcal Bajo und Tajos und Laderas. Sierra del Torcal ist über eine asphaltierte Straße gut zu erreichen. Für Touristen wurden hier auch Wanderwege unterschiedlicher Länge angelegt, die herrliche Aussichtspunkte bieten. Für einen Besuch der Bergkette bieten sich die Frühjahrs- oder Herbstmonate an, da im Sommer oft heiße Temperaturen herrschen, die das Wandern erschweren.

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