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01. September 2009
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Naturwunder in der Schweiz
1.) Matterhorn
Kein anderer Berg der Welt wird öfter fotografiert als das 4478 Meter hohe Matterhorn in den Walliser Alpen auf der Grenze zu Italien. Es ist das Wahrzeichen der Schweiz und gilt als berühmtester und schönster Gipfel weltweit. Das Matterhorn ist ein sogenannter Karling. Während der Eiszeit schliffen gewaltige Gletscherströme an diesem ehemals viel größeren Berg und hinterließen das heutige imposante Erscheinungsbild mit mehreren scharfen Felsgraten an den Berghängen. Das Matterhorn besteht aus Gneisen, metamorphen Graniten und Gabbros, der Dent Blanche-Decke. Granite und Gabbros sind Tiefengesteine aus Magma, das bei seinem Aufstieg in der Erdkruste stecken geblieben und ganz langsam abgekühlt ist.Am 14. Juli 1865 gelang einer siebenköpfigen Gruppe um den britischen Bergsteiger Edward Whymper die spektakuläre Erstbesteigung, die jedoch ein dramatisches Ende fand. Das Seil riss und vier der Männer stürzten über 1000 Meter in die Tiefe auf den Gletscher. Bei einem Rettungsversuch zwei Tage später kann Edward Whymper nur noch die verstreuten Überreste seiner Mitstreiter bergen. Vom Leichnam des jüngsten Teilnehmers, des 18-jährigen Lord Douglas, fehlt bis heute jede Spur. Die Erstbesteigung des Matterhorns gilt als Beginn des Alpentourismus in der Schweiz.
Das Matterhorn strahlt über Zermatt. Das Walliser Bergdorf im Mattertal ist einer der renommiertesten Ferienorte und Anziehungspunkt vieler internationaler Touristen. Noch immer verschlägt es jedem, der am Kirchplatz zum ersten Mal einen Blick auf das majestätische Massiv wirft, den Atem.
2.) Monte San Giorgio
Seit dem 2. Juli 2003 ist der Monte San Giorgio, der Schweizer "Saurierberg", UNESCO Welterbe. Er gilt weltweit als die wichtigste fossile Lagerstätte der Mitteltrias und wurde bereits vor Jahrzehnten zum Naturschutzgebiet erklärt. Vom Gipfel des 1097 Meter hohen Berges im Süden des Tessins ist die Aussicht auf den Luganersee beeindruckend. Vor rund 200 Millionen Jahren befand sich hier über dem Parco San Giorgio eine etwa 50-100 Meter tiefe Meereslagune. Das stark salzhaltige Bodenwasser und die fehlende Wasserzirkulation sorgten dafür, dass in den Schichten des Berges Tausende versteinerte Fossilien teilweise sehr gut erhalten blieben. Paläontologen konnten Exemplare des Ceresiosaurus, des Mixosaurus und des Ticinosuchus nachweisen, dieser gilt als Vorgänger der Krokodile und war das einzige grosse Reptil auf dem Land. Neben den geologischen und paläontologischen Besonderheiten findet sich am Monte San Giorgio auch eine bemerkenswerte Tier- und Pflanzenwelt, sowie Befestigungsbauwerke aus dem Ersten Weltkrieg. Ein Naturlehrpfad führt heute vom kleinen Dorf Meride zur Vergangenheit des einst heilgen Berges.3.) Aareschlucht
Zwischen Meiringen und Innertkirchen im Berner Oberland befindet sich die Aareschlucht, ein tosendes Naturwunder der Schweiz. Hier hat der Fluss Aare während Jahrtausenden einen Lauf erodiert und dabei eine 1,4 Kilometer lange und bis zu 200 Meter tiefe Schlucht kreiert. An ihrer schmalsten Stelle in der "Kleinen Enge" ist sie gerade mal einen Meter breit, die Wassertiefe beträgt hier rund drei Meter. Die Aare bahnt sich mit einer Fließgeschwindigkeit zwischen vier und dreizehn Stundenkilometern den Weg durch das ausgewaschene Gestein, die Durchflussdauer des Wassers liegt bei zwölf Minuten. Im Jahre 1888 wurde die Schlucht mit ihren Nischen, Grotten und Kesseln durch die Errichtung von Laufstegen und Tunnelwegen für Besucher zugänglich gemacht. 1912 folgte die Installation einer Abendbeleuchtung, welche in den Sommermonaten die geheimnisvolle Atmosphäre der tiefen Schlucht noch verstärkt. Die Aareschlucht ist gut begehbar, der Weg ist ca. ein bis zwei Meter breit und führt über 1000 Meter als Holzbelag auf Stahlträgern, welche im Fels verankert sind, 400 Meter verlaufen als Tunnel oder als Galerie und 250 Meter als Kies oder Asphaltweg. Für die Wanderung durch die Aareschlucht werden rund 40 Minuten benötigt.4.) Staubbachfall
Der Staubbachfall ist der bekannteste der 72 Wasserfälle im Lauterbrunnental im Berner Oberland. Der Staubbachfall, der über eine 287 m hohe senkrechte Felswand in die Tiefe stürzt, faszinierte und inspirierte selbst Johann Wolfgang von Goethe bei seinem Besuch im Jahre 1799, so entstand sein Gedicht „Gesang der Geister über den Wassern“. Besonders beeindruckend ist die gleichmäßige Thermik. Heftige Winde versprühen das Wasser wie Staub in alle Himmelsrichtungen und geben den eigentlichen "Trümmelbachfällen" ihren Namen als Staubbachfall.Das Lauterbrunnental ist das eindrücklichste Trogtal der Alpen. Der Staubbachfall, das Wahrzeichen von Lauterbrunnen, ist der höchste freifallende Wasserfall Europas. Über einen neu restaurierten Spazierweg mit anschliessender Galerie, kann man die Wassernebel des Falles hautnah erleben. Der Staubbachhubel vor der Felswand ist ein bezaubernder Ort der Ruhe, wo nur das leise Rauschen des stäubenden Wasserfalls zu hören ist. Besonders eindrücklich ist er um die Mittagszeit, wenn das Gegenlicht der Sonne die Wasserschleier und die nassen Felsen zum Strahlen bringt.
5.) Vierwaldstätter See
Uri, Unterwalden, Schwyz und Luzern: Diese vier Kantone sind die ersten Bündnispartner der Schweizerischen Eidgenossenschaft. Sie umgeben den schönsten aller Schweizer Seen, den Vierwaldstätter See. Vom Gipfel des Pilatus aus sieht man ihn wie ein Kreuz in einem weitgehend ursprünglich erhaltenen Naturgebiet vor sich liegen. Kleine Ferienorte, Dampfer und Segelboote tragen zu der ruhigen, friedvollen Atmosphäre bei.Der Vierwaldstätter See erstreckt sich mit seiner charakteristischen Form und seinen insgesamt neun Becken und Buchten über 114 Quadratkilometer und weist eine Uferlänge von 130 Kilometern auf, die maximale Tiefe beträgt 214 Meter. Seine größeren Zuflüsse sind die Muota, die Reuss, der Isenthalerbach, die Engelberger Aa und die Saarner Aa. Der Abfluss ist die Reuss in Luzern. Der Vierwaldstätter See ist der größte Freizeit- und Erholungsraum in der Zentralschweiz. 42 Badeanlagen säumen sein Ufer. Die Schifffahrt auf dem See spielte in der Geschichte und der Kultur der Schweiz immer schon eine große Rolle. Der Vierwaldstätter See war der wichtigste Transportweg von Luzern nach Uri über den Gotthard in den Süden. Heute hat die Schifffahrt auf dem See vor allem eine große Bedeutung für den Tourismus und die Freizeiterholung.