1.) Baikalsee
Der Baikalsee wird von unzähligen, traurig-schönen russischen Volksweisen besungen, in denen es um Liebe und Leid, die Sehnsucht nach Freiheit und die unendlichen Weiten Russlands geht. Er ist einer der schönsten Seen überhaupt und hat viele Besonderheiten. Die Transsibirische Eisenbahn folgt seinen Ufern auf einer Strecke von 207 Kilometern und macht zuweilen halt, um ihren Reisenden ein Picknick der besonderen Art zu bieten. Als Badesee ist der größte Süßwassersee der Erde allerdings relativ ungeeignet. Selbst in den kurzen Sommern erwärmt sich seine riesige Wassermenge nur selten über 10°C, obwohl es am Baikal durchschnittlich mehr Sonnentage als am Schwarzen Meer gibt. Trotzdem liegen zwischen seinen Extremtemperaturen im Sommer und im Winter beinahe 100°C.
Der „Brunnen der Erde“ wird von 336 Flüssen gespeist, ist mit 1.637 Metern Tiefe der tiefste See der Erde und sein einziger Abfluss, die Angara, müsste 400 Jahre fließen, um ihn leer laufen zu lassen. Sein Wasser ist teilweise so klar, dass man bei ruhiger Oberfläche bis 40 Meter auf den Grund blicken kann. Ein kleiner unscheinbarer Flohkrebs sorgt für die Selbstreinigung des Sees. Der Baikalsee friert im Winter komplett zu.
2.) Dolina Geiserow
Für die Ureinwohner Kamtschatkas war Dolina Geiserow, das Tal der Geysire, ein heiliger Ort, über dessen Vorhandensein sie Stillschweigen bewahrten. Und auch die russische Wissenschaftlerin Tatjana Ustinowa, die das Tal 1941 entdeckte, veröffentlichte ihre Arbeiten erst 14 Jahre später. In dem sechs Kilometer langen Tal liegt mit 90 Geysiren und vielen heißen Quellen das zweitgrößte zusammenhängende Vorkommen von Geysiren weltweit. Das Gebiet gehört zum Weltkulturerbe „Vulkane von Kamtschatka“ und wurde im Juni 2007 von einer Schlammlawine getroffen, über deren Ausmaß man sich auch heute noch nicht vollständig im Klaren ist. Seit 2008 sind allerdings fast alle Geysire wieder aktiv.
Das Tal ist nur per Hubschrauber zu erreichen. Vorbei an hohen Bergen und aktiven Vulkanen bietet der Flug einen atemberaubenden Blick auf Kraterseen und ausgedehnte Lavaflächen. „Velikan“, einer der größten Geysire im Tal, erreicht eine Höhe von 40 Metern und Temperaturen bis 98°C. Sein Ausbruch dauert ungefähr zwei Minuten aller drei Stunden. Ein anderer, der „Grot yubileinyi“ wirft seine Fontäne schräg aus, erreicht eine Höhe von 33 und eine Weite von 76 Metern.
3.) Säulen der Verwitterung
Ein einzigartiges geologisches Denkmal sind die Säulen der Verwitterung in der Republik Komi im Nordwesten Russlands. Sieben bizarre Steingebilde stehen auf dem Plateau Man-Pepu- Ner, dessen Name sich mit „Berg der steinernen Götter“ übersetzen lässt. Die Mansen verehrte sie als Heiligtum, betete die Steine an und es galt als Sünde, das Plateau zu betreten. Je näher man den Säulen kommt, um so ungewöhnlicher wird ihr Aussehen. Je nach Standort des Betrachtes nehmen sie die Form eines Riesen an oder verwandeln sich in einen Pferdekopf. Der ewas abseits stehende Stein hat die Form einer auf den Kopf gestellten Flasche.
Es wird angenommen, dass sich hier einmal ein riesiges Gebirge befand, das durch Witterungseinflüsse und Auswaschung der weicheren Bestandteile soweit abgetragen wurde, bis nur noch die Säulen übrige blieben. Nach der Legende der Manten sind sie versteinerten Riesen, die vor vielen Jahren die Tochter des Anführers der ansässigen Stämme rauben wollten. Auf dem Schild ihres zur Hilfe geeilten Bruders brachen sich die Strahlen der aufgehenden Sonne, blendeten die Riesen und ließen sie versteinert zurück.
4.) Mount Elbrus
Die Araber nannten ihn „Berg der Sprachen“, andere Bezeichnungen für den Mount Elbrus, den höchsten Berg des Kaukasus, sind „König der Geister“ oder „Ort der Glücklichen“. Da er als heiliger Berg galt, der Legende nach soll die „Arche Noah“ hier kurz gestrandet sein, war lange Zeit seine Besteigung tabu. Der Doppelgipfel ist mit 5.642 Metern zugleich auch der höchste Berg Russlands. Der Elbrus ist stark vergletschert. Seine mehr als 70 Gletscher bedecken eine Fläche von rund 145 Quadratkilometern mit Eis.
Es ist 800 Meter höher als der Montblanc, wobei seine Zugehörigkeit zu Europa umstritten ist. Der Elbrus ist ein im Moment inaktiver Vulkan. Sein letzter Ausbruch liegt etwa 2000 Jahre zurück und heute sind nur schwache vulkanische Aktivitäten zu verzeichnen. Alpinisten beschreiben ihn als rauh, aber mit sanftem Kern; wild, aber mit gutmütigen Seiten – ein sanfter Eisriese.
Trotzdem seine Besteigung im Sommer auf der Südroute als alpinistisch relativ leicht eingeschätzt wird, ist er nicht zu unterschätzen. Das Wetter schlägt oft um, damit verbunden sind eisige Stürme und schlechte Sichtverhältnisse.
5.) Sewansee
Der Sewansee liegt umgeben von den erloschenen Vulkanbergen des Kleinen Kaukasus in Armenien, dessen größter Süßwassersee er ist. Er gehört, auf einer Höhe von 1.900 Metern über dem Meeresspiegel gelegen, zu den größten Hochgebirgsseen der Welt. Die Armenier nennen ihn Meer oder die „Blaue Perle Armeniens“. Er führt kühles, türkisblaues Wasser. Nach 1960 hätte ihm um ein Haar das gleiche Schicksal ereilt, wie den in Kasachstan/Usbekistan liegenden Aralsee, der zunehmend ausgetrocknet und versandet ist. Grund dafür sind die in dieser Zeit beginnenden, groß angelegten Bewässerungsprojekte des Landes. In ihrer Folge sank der Wasserspiegel der Seen rapide und in den 1980-er Jahren drohte der Sewansee ökologisch völlig aus dem Gleichgewicht zu geraten. Glücklicherweise hat sich die Naturkatastrophe des Aralsees hier nicht wiederholt. Seit den letzten Jahren steigt der Pegel des Sewansees wieder an, der wie kein anderer die Natur, die Umgebung und das Leben der Menschen in Armenien geprägt hat.
6.) Kaukasus
Das Kaukasus erstreckt sich auf einer Länge von 1.100 Kilometern fast schnurgerade zwischen Baku am Kaspischen und Sotschi am Schwarzen Meer. Cirka 100 Kilometer südlich liegt der Kleine Kaukasus, der jedoch kein eigenständiges Gebirge darstellt. Im Kaukasus sind über Gletscher, Wälder, Wüsten, Steppe über 100 verschiedene Landschaftstypen vertreten. Schneebedeckte Berge, spektakuläre Wasserfälle, atemberaubende Schluchten- der Kaukasus ist eine Region der ökologischen Superlative. Hier leben Luchs und Braunbär, Kaukasischer Steinbock und vereinzelt auch Leoparden und Streifenhyänen. Die ursprünglichen Naturlandschaften beherbergen außerdem weit über tausend Pflanzenarten. Der Kaukasus verfügt über ein reiches Naturerbe und gehört zu den ökologischen Schlüsselregionen. Für Bergsteiger, Wanderer und Skifahrer ist er ein Paradies.
Er ragt bis zu 5.642 Metern auf und sein höchster Gipfel ist der Elbrus.
Geologisch gesehen ist der Kaukasus ein Faltengebirge, das aus Graniten und Gneisen besteht. Geographisch galt er in der Antike als Grenze zwischen Europa und Asien, derzeit liegt diese etwa 300 Kilometer nördlich in der Manytsch- Niederung.
Hier fehlt aber ein bekanntes Naturwunder!
Hier können Sie ein neues Naturwunder zu Russland vorschlagen!