Naturwunder in Kroatien

1.) Plitvicer Seen

Die Plitvicer Seen sind das wohl bekannteste Naturwunder Kroatiens. Seit 1949 als Nationalpark ausgewiesen, kommt ihnen zudem der Status des ältesten geschützten Naturraumes in Südosteuropa zu. Das Areal umfasst 16 Seen, welche kaskadenförmig verlaufen und durch über 90 Wasserfälle miteinander verbunden sind. Ihre Entstehung verdanken die Gewässer unterirdischen Karstzuflüssen. Der 300 Quadratkilometer große Nationalpark verbucht jährlich bis zu einer Million Touristen. Auf dem Gelände des Naturraumes Plitvicer Seen befindet sich die Ortschaft Plitvicka Jezera, welche aus 19 kleinen Siedlungen besteht. Hier können Unterkunftsmöglichkeiten gebucht werden und Restaurants und Geschäfte bereichern die Infrastruktur des Gebietes.
Der Nationalpark verfügt über zwei Eingänge. Treppen und Holzstege erleichtern den etwa vierstündigen Rundweg. Größtes Gewässer des Areals ist der Proscansko jezero. Den See Kozjak können Besucher mit umweltfreundlichen Elektrobooten erkunden. Die Plitvicer Seen verfügen über eine reiche Tier- und Pflanzenwelt. Neben Luchsen, Bären und Wölfen sind auch mehr als 100 Vogelarten im Nationalpark heimisch. Etwa 900 Höhenmeter müssen Touristen bis hinauf zum Wasserfall Veliki Slap überwinden. Wer kleinere Touren unternehmen möchte, kann sich mit Shuttlebussen zu den individuellen Einstiegsstellen befördern lassen. Der Nationalpark öffnet täglich zwischen 8.00 und 20.00 Uhr seine Pforten. Für Pkws ist das Areal gesperrt. Auch darf in den Gewässern nicht gebadet werden.

2.) Blaue Grotte von Bisevo

Die Blaue Grotte auf der Westseite der kroatischen Adriainsel Bisevo steht ihrer berühmten Namensvetterin in Capri in Nichts nach. Seit 1884 ist die Höhle in der Balun-Bucht für Touristen zugänglich. Besucher erreichen die Blaue Grotte bequem von der nahen Insel Vis. Ab dem Städtchen Komiza verkehren täglich mehrmals Ausflugsboote.
Der Zugang zur Höhle ist ausschließlich auf dem Wasserweg möglich. Nur bei ruhiger See können Paddelboote, welche eine Länge von fünf Metern nicht überschreiten sollten, den 1,30 Meter hohen Eingang zur Blauen Grotte passieren. Besonders einrucksvoll gestaltet sich die Besichtigung der Grotte um die Mittagszeit an sonnigen Tagen. Das durch das Meer eindringende Sonnenlicht taucht die “Modra Spilja” in ein wunderschönes blau-silbernes Licht. Mit etwas Glück lassen sich, während eines Ausfluges zur Blauen Grotte, die selten gewordenen Mönchsrobben beobachten.

3.) Roter See in Imotski

Ein ausgesprochen faszinierendes, jedoch allgemein relativ unbekanntes Naturwunder Kroatiens stellt der Rote See westlich der Kleinstadt Imotski dar. Der etwa kreisrunde “Crveno jezero” ist vermutlich vor etwa zwei Millionen Jahren durch ein Erdbeben entstanden. Das Gewässer gilt als größter mit Wasser gefüllter Einsturzkrater weltweit Der See besitzt einen Durchmesser von 200 Metern und erreicht eine Tiefe von 280 Metern. Seinen Namen verdankt das Gewässer der rötlich gefärbten, 500 Meter tiefen Felswand, welche um ihn herum aufragt.
Der Rote See zählt zu den spektakulärsten Naturphänomenen des Landes und stellt Wissenschaftler vor ein Rätsel. Taucher entdeckten 1998 in etwa 15 Meter Tiefe den Eingang zu einem Höhlensystem, welches zu einem weiteren, kleineren See führt. Der Wasserpegel des Roten Sees schwankt jährlich um bis zu 50 Meter, was darauf schließen lässt, das der See aus einem unterirdischen Grundwasserspeicher von immenser Größe mit Frischwasser versorgt wird. Auch konnten im Gewässer reiche Fischbestände an Steinbeißern und Elritzen nachgewiesen werden.
Touristen erwarten am Roten See keine großen Besucheranstürme. Nur vereinzelte Besucher genießen den Blick von Kraterrand auf das besonders an sonnigen Tagen azurblau schimmernde Gewässer. Unweit des Roten Sees befindet sich der wesentlich kleinere Blaue See. Dieses Gewässer besitzt keinen Zufluss und wird allein durch Regenwasser gespeist, was den Blauen See auch häufig austrocknen lässt.

4.) Drachenaugensee in Rogoznica

Zu den größten Naturphänomenen Dalmatiens zählt der Drachenaugensee auf der Halbinsel Grandina, unweit des Fischerortes Rogoznica. Der von schroffen Felsen umgebene Salzwassersee “Zmajevo oko” ist ein beliebter touristischer Anziehungspunkt. Das Gewässer erreicht eine Tiefe von bis zu 60 Metern. Obwohl der Drachenaugensee etwa 100 Meter vom offenen Meer entfernt ist, lässt sich das Spiel der Gezeiten hier sehr gut beobachten. Zu den touristischen Attraktionen zählen eine Wanderung entlang der schattigen Kiefernwälder am Flussufer und ein Bad im angenehm warmen Meerwasser. Mutige riskieren einen Sprung von den Klippen.
Der See verdankt, neben seiner ovalen Form, seinen Namen auch einem sagenumwobenen Drachen, welcher hier leben soll. Auch am Drachenaugensee beschäftigt Wissenschaftler eine Besonderheit. Im Abstand mehrerer Jahre beginnt sich der See einzutrüben und seine gesamten Tierbestände verschwinden durch eine offensichtliche Verbindung ins offene Meer. Nach einigen Monaten wird das Wasser wieder klar und auch die Tiere kehren zurück. Bei dem Versuch, diesem Phänomen auf den Grund zu gehen, mussten bereits viele Taucher ihr Leben lassen. In unmittelbarer Nähe des Drachenaugensees entstand eine der modernsten kroatischen Ferienanlagen. Restaurants, Geschäfte und Freizeiteinrichtungen bieten alle Annehmlichkeiten des modernen Tourismus.

5.) Nationalpark Krka

Der Unterlauf des Flusses Krka bildet, mit seinen Seen und Wasserfällen, das grüne Herz Dalmatiens. Auf Wanderungen und Bootsfahrten erschließt sich die ganze Schönheit des Nationalparks Krka.
Der Hauptzugang zum Park befindet sich in Tvornica-Lozovac. Von hier verkehren Shuttelbusse zu den interessantesten Stellen im Park. Unweit der Stadt Skradin können Touristen ein Taxiboot besteigen und sich zum Wasserfall Skradinski Buk, der größten Attraktion des Nationalparks, befördern lassen. Terrassenförmig stürzen die tosenden Wassermassen mehr als 40 Meter in die Tiefe. Besonders in den Wintermonaten und der Frühlingszeit, wenn der Fluss das meiste Wasser führt, bietet sich ein einrucksvoller Anblick. Die einzelnen Stufen des Wasserfalls lassen sich bequem erwandern. Im unteren Bassin darf gebadet werden. Dies stellt, umgeben von mediterraner Vegetation, ein unvergessliches Erlebnis dar. Liegewiesen bieten Besuchern die Gelegenheit, zu relaxen und das überwältigende Naturschauspiel in Ruhe zu genießen.
Bootsfahrten werden auch zur Klosterinsel Visovac angeboten. Die Barockkirche aus dem 16. Jahrhundert beherbergt prächtige Altäre und wertvolle historische Schriftstücke. Wer zu Fuß durch den Nationalpark unterwegs ist, sollte einen Besuch im Ethnografischen Museum nicht versäumen. Hier werden alte Handwerkstechniken vorgeführt und es können historische Wassermühlen bestaunt werden. Eine Bootsfahrt zum Wasserfall Roski Slap führt vorbei am landschaftlich sehr reizvoll gelegenen Kloster zum Erzengel Michael. Ein steinernes Zeugnis vergangener Zeiten stellt die “hohle Kirche” dar. Die den Flusslauf säumenden Steinbögen gelten als Überbleibsel des Römerlagers Burnum.

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