Naturwunder in Deutschland

1.) Zugspitze

Die Zugspitze hat von jeher die Menschen auf besondere Art und Weise heraus gefordert. Erstmals bestiegen wurde der mit 2.962 Metern höchste Berg Deutschlands im Jahre 1820. Ungefähr 100 Jahre später landete der Pilot Hailer sein Flugzeug mit Hilfe von Kufen auf einem der Gletscher, dem Schneeferner, und gerade ein paar Tage alt ist der wagehalsige Versuch des Hochseilartisten Freddy Nock, der auf einem 995 Meter langen Drahtseil bis zur 2.943 hohe Bergstation balancierte. Er überwand dabei insgesamt 348 Höhenmeter und hatte an der steilsten Stelle mit einer Neigung des Seiles von 56% zu kämpfen. Die Zugspitze ist der Hauptgipfel des gleichnamigen Massivs und liegt südlich von Garmisch-Partenkirchen. Er beheimatet mit dem Schneeferner und dem Höllentalfernen zwei Gletscher.
Das Zugspitzenplatt, eine Hochfläche unterhalb des Gipfels, war Anfang des 19. Jahrhunderts das letzte Mal vollständig vergletschert. Die Zugspitze ist der Lebensraum von Fichten- und Latschenkiefernwäldern im Norden, Lärchen- und Kiefernwäldern im Süden sowie Mischwäldern aus Buchen und Bergahorn. Gämsen, Murmeltiere, Bergdohlen, Rotwild, Auerhähne und eine Vielzahl anderer Tierarten sind darin zu Hause.
Die Zugspitze ist eines der beliebtesten Wintersportgebiete Deutschlands. Bei schönem Wetter hat man von den Pisten aus einen herrlichen Blick über die Alpen bis hin nach Italien und die Schweiz. Die Zugspitze ist ideal für einen Outdoor-Urlaub und bietet zahlreiche sportliche Herausforderungen.

2.) Externsteine

Sie heißen Turmfels, Treppenfels, Wackelsteinfels oder Ruferfels und um ihre Bedeutung ranken sich die verschiedensten Mythen und Legenden. Gemeint sind die vorwiegend aus Sandsteinen der Unterkreidezeit geformten Externsteine, eine einzigartige Felsformation im Teutoburger Wald bei Horn- Bad Meinberg. Ihre Bezeichnung rührt vom lang gestreckten Hügelkamm (Egge) her, auf dem sie sich befinden.
Sie entstanden auf natürliche Weise, als die ehemals waagerecht liegenden Steine im Zuge der Gebirgsbildung nach oben gedrückt und so fast senkrecht aufgerichtet wurden.
Verschiedene Deutungen sehen in ihnen die unterschiedlichsten Heiligtümer, angefangen von den heidnischen bis hin sächsischen. Ihnen wird eine außergewöhnliche Erdstrahlung nachgesagt und sie sind zur Walpurgisnacht und der Sommersondenwende Treffpunkt der verschiedensten Menschen und Gruppen. Es gibt historische Beweise dafür, dass sich bereits 10.00 Jahre vor Christi Menschen am Fuße der Felsen nieder gelassen hatten. Seltsamerweise fehlen aber Funde aus der Jungsteinzeit, Bronze- und Eisenzeit. In den Felsen geschlagene Treppen und Räume, Skulpturen, Inschriften und Zeichen regen die Phantasie der Menschen immer wieder aufs Neue an, wenn es darum geht, ihre Bedeutung zu charakterisieren. Die Felsengruppe hat eine Höhe von 47,7 Metern über der Oberfläche des zu ihren Füßen befindlichen Wiembecketeiches und besteht aus 13 relativ frei stehenden Einzelfelsen, die mit ihrer seltenen Vegetation wie Farne, Moos und Flechten aus Sicht der Naturschützer besonders wertvoll sind.

3.) Geysir in Andernach

Er zischt, brodelt, sprudelt und stößt anschließend eine bis zu 60 Meter hohe Wassersäule durch einen Brunnen aus dem Innern der Erde – der höchste Kaltwassergeysir der Welt.
Und er liegt nicht etwa in Island, sondern auf der Rhein Halbinsel Namedyer Werth bei Andernach mitten in Deutschland. Seine Eruption dauert ungefähr 8 Minuten; nur am Morgen, wenn er das erste Mal am Tag „springt“ kommen die Besucher in den Genuss eines fast zehnminütigen Ausbruches. Geschuldet ist dies der Tatsache, dass der Geysir von Andernach nachts gebändigt und ihm im wahrsten Sinne des Wortes ein Riegel vorgeschoben wird. Zum einen, um die Tierwelt zu schützen und zum anderen wegen des austretenden Kohlendioxides. Im Laufe des Tages wiederholt sich dieses Naturschauspiel aller einhundert Minuten. So lange dauert es, bis der sich kompliziert anhörende Vorgang, der zum Springen des Geysirs führt, abgeschlossen ist und eine neue Fontäne gemischt aus kaltem Grundwasser und Kohlendioxid aus dem 350 Meter tiefen Bohrbrunnen die gesamte Wassersäule mit einem Mal ans Tageslicht befördert. Dieses Gemisch unterscheidet den Andernacher Geysir von denen, die in Island anzutreffen sind und durch ein Gemisch aus heißem Wasser und Wasserdampf angetrieben werden.
Der Ursprung des Geysirs liegt im heute immer noch aktiven Vulkanismus der Eifel. Das in Rissen und Klüften nach oben steigende Kohlendioxid trifft in höhern Schichten auf Grundwasser, vermischt sich mit ihm und erzeugt später den Effekt einer geschüttelten Schampusflasche auf dem Siegertreppchen.

4.) Dauner Maare

Aus der Luft betrachtet gleichen die Dauner Maare großen, wunderbar blauen Augen oder Spiegeln, die sich anmutig in das satte Grün der Landschaft einpassen. Sie sind die Überreste einstmaliger gewaltiger Gasexplosionen, die beim Zusammentreffen von heißem Magma und Oberflächenwasser entstanden. Zeugen der gigantischen Urgewalten, die der Eifel ihren Beinamen gaben- die Vulkane. Etwa 270 Ausbruchsstellen zählt die Eifel, wovon die Dauner Maare zu den schönsten gehören.
Das Weidenfeld Maar, auch Totenmaar genannt, entstand vor rund 10.500 Jahren. Die Sage erzählt von einem Schloss an dieser Stelle, das mit Mann und Maus in einem See versankt, als sich der Schlossherr auf der Jagd befand. Wie durch ein Wunder erschien die Wiege mit dem kleinen Sohn wieder an der Oberfläche und das Kind wurde gerettet. Wahrscheinlicher ist aber, dass seine Namensgebung auf den in der Nähe liegenden Friedhof zurück zu führen ist. Das Schalkenmehrender Maar besteht aus einem westlichen Maarsee und einem östlichen Trockenmaar und ist ein so genanntes Doppelmaar. Das jüngste auch auch kleinste der Maare ist das Gemünder Maar, das teilweise im Sommer als Freibad genutzt wird.

5.) Ivenacker Eichen

Von den einstmals elf Eichen, die als Zeugnisse der mittelalterlichen Hude- (Hüte)- Wälder ursprünglich erhalten geblieben waren, stehen im Tiergarten der Gemeinde Ivenack noch sechs. Sie sind die ältesten Deutschlands und wahrscheinlich auch Mitteleuropas überhaupt.
In längst vergangenen Zeiten wurden Schafe, Schweine, Kühe, Pferde und Ziegen in die Wälder getrieben, damit sie dort nach Futter suchen konnten. Daher stammen die Ivenacker Eichen, von denen die stärkste einen Stammumfang hat, den zwölf Personen umfassen müssen. Ihr Alter wird mit 500 bis 1.200 Jahre angegeben, wobei eine genaue Altersbestimmung nicht möglich ist, da sie innen hohl sind. Die Legende sagt, bei den Eichen handelt es sich um Nonnen, die aus dem anliegenden Zisterzienserkloster fliehen wollten, aber nicht auf den Teufel hörten, der ihnen befahl, sich auf ihrem Weg nicht umzusehen. Als Strafe für ihre Neugier verwandelten sie sich in Bäume. Überliefert hingegen soll die Geschichte des berühmten Schimmelhengstes Herodot sein, der in einer der hohlen Eichen vor den französischen Truppen versteckt wurde. Durch sein Wiehern verriet er sich jedoch und wurde von Napoleon als Leitpferd geritten. Für den Schutz der Eichen, in deren Kronen Star, Kleiber, Blau- und Kohlmeise nisten, sorgen Barrieren und Dammwild hält das Unterholz klein, so dass sich die Bäume wie im traditionellen Hütewald entwickeln können.

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