Naturwunder in Argentinien

1.) Wasserfälle von Iguazu

An der Grenze zwischen Brasilien und Argentinien bildet der Fluss Iguazu die breitesten Wasserfälle der Erde. Auf einer Länge von 2,7 Kilometern stürzen sich 20 größere und mehr als 250 kleinere Wasserfälle in zwei Stufen tosend in die Tiefe. Sie erreichen dabei eine Höhe von bis zu 80 Metern. Einen besonders imposanten Anblick bieten die Wasserfälle zur Regenzeit. Im Sekundentrakt passieren dann bis zu 13 000 Kubikmeter Wasser, der immensen Gewalt eines Erdbebens gleich, die Wasserfälle. Zum Großteil befinden sich die Wasserfälle von Iguazu auf argentinischen Territorium und zählen seit 1984 zum Welterbe der UNESCO. Entdeckt wurde die Publikumsattraktion im 16. Jahrhundert vom spanischen Seefahrer Alvar Nunez Cabeza de Vaca. Ihm zu Ehren trägt ein Wasserfall des Areals heute seinen Namen. Die in der Sprache der Indianer “großes Wasser” genannten Fälle erzeugen eine riesige Wolke an Sprühnebel, welche nicht nur in allen Farben des Regenbogens schillert, sondern das umliegende Gelände in ein üppiges Pflanzenparadies verwandelt. Es gedeihen Farne, Palmen oder Philodendren. Auch Jaguars, Pumas und Affen sind in dem intakten Ökosystem heimisch. Touristen gelangen entlang eines Stegs bis unmittelbar an die “Teufelsschlucht” Garganta do Diabo, das Herzstück des Nationalparks. Der Park verfügt über eine gut ausgebaute Infrastruktur. Mit einer Parkeisenbahn gelangen Besucher zu den ausgewiesenen Wanderwegen. Es besteht auch die Möglichkeit einer Bootsfahrt. Geschulte Führer liefern alle nötigen Informationen. In der nahen Kleinstadt Puerto Iguazu bietet sich vom Aussichtspunkt “tres hitos” ein herrlicher Rundblick.

2.) Nationalpark Los Glaciares

Bizarre Landschaftsformen im ewigen Eis der südamerikanische Anden erwarten die Besucher des Nationalparks Los Glaciares, welcher sich in der argentinischen Provinz Santa Cruz befindet und eine Fläche von 4 459 Quadratkilometer einnimmt. Seit 1981 zählt das Areal zum Welterbe der UNESCO. Das Zentrum des Nationalparks bilden die Gletscher Perito Moreno, Viedma und Upsala, welche sich vor der Kulisse des Lago Argentino und des Lago Viedma erheben. Hauptattraktion des Areals ist der vier Kilometer lange und bis zu 60 Meter hohe Perito-Moreno-Gletscher. Sich stetig vom Gletscher lösende Eisteile, welche in den Lago Argentino einbrechen, bieten Besuchern ein faszinierendes Schauspiel der Naturgewalten. Als Besonderheit gilt, dass der Gletscher kontinuierlich an Masse zunimmt und somit der globalen Erwärmung trotzt. Dies wird sonst nur bei Gletschern in der Antarktis oder in Grönland beobachtet. Weitere Höhepunkte eines Besuches im Park stellen der Upsala-Gletscher, die längste Gletscher-Formation Südamerikas, sowie der Spegazzini-Gletscher dar, dessen Wände bis zu 130 Metern in die Höhe ragen. Ausgangspunkte für die Erkundung des Nationalparks sind die Touristenorte El Calafate und El Chalten. Der Park verfügt über zahlreiche Wanderwege und Aussichtsplattformen und kann auf unbefestigten Straßen mit dem PKW durchquert werden. Im Winter sind Schneeketten erforderlich.

3.) Große Feuerland-Insel

Feuerland ist eine Inselgruppe vor der Küste Südamerikas, welche durch die Magellanstraße vom Festland getrennt ist. Der östliche Teil der Inseln zählt zum Staatsgebiet Argentiniens. Die westlich gelegenen Inseln werden Chile zugerechnet. Die Große Feuerlandinsel nimmt mehr als die Hälfte der Gesamtfläche des Archipels ein. Der portugiesische Seefahrer Ferdinand Magellan gab den Inseln 1520 ihren Namen. Der argentinische Teil Feuerlands gilt als Nationalterritorium und bietet landschaftlich viel Abwechslung. Im Norden dehnt sich die Steppe Patagoniens aus. Im zentralen Teil überwiegen Wälder, Seen und Hochtäler. Der Süden ist touristisch am attraktivsten und weist Berge, Seen und Urwälder auf. Der Blick fällt auf die schneebedeckten Gipfel der Kordilleren. Ein günstiger Ausgangspunkt zur Erkundung der Insel ist Ushuaia, die südlichste Stadt der Welt. Im “Museum am Ende der Welt” können sich Touristen über die indianische Kultur sachkundig machen. Den besten Rundblick auf Feuerland genießt man vom Martial-Gletscher, nördlich der Stadt. Ausflüge in den Parque Nacional de Tierra del Fuego können zum Bergwandern, Angeln oder Picknicken genutzt werden. Das Landschaftsbild prägen Küstenabschnitte, Gletscher, Seen und Hochmoore. In der kleinen Hafenstadt Rio Grande, im Norden der Insel, können eine Baumwollfarm und ein Ölfeld besichtigt werden. Zu den schönsten Landschaften Feuerlands zählt der Lago Yehuin, südlich der Stadt.

4.) Nationalpark Perito Moreno

Fernab der Zivilisation erleben Touristen im Nationalpark Perito Moreno die ursprünglichste Seite Patagoniens. Das Areal befindet sich im Nordosten der Provinz Santa Cruz, an der Grenze zu Chile. Argentiniens idyllischster Nationalpark wurde 1937 gegründet und umfasst eine Fläche von 1 150 Quadratkilometern. Seinen Namen verdankt der Park seinem Entdecker, dem argentinischen Geographen Perito Moreno. Als Attraktion des Territoriums gelten die vielfältigen Seen, welche mit ihrer türkisen Farbe einen reizvollen Kontrast zur bräunlich-gelben Steppenlandschaft Patagoniens bilden. Die Gewässer sind von schroffen Berggipfeln umgeben. Touristisch zugänglich ist nur etwa ein Drittel des Nationalparks, die restliche Fläche wird zu Forschungszwecken genutzt. Der Nationalpark verfügt nur über wenig Infrastruktur. Ein kleiner Teil lässt sich per PKW befahren. Allerdings sollten ausreichend Proviant und Kraftstoff mitgeführt werden. Die nächste Ansiedlung, Bajo Caracoles, ist 180 Kilometer entfernt. Besonders reizvoll ist es, die Weite und Abgeschiedenheit des Areals zu Fuß oder auf dem Rücken der Pferde zu entdecken. Der Park verfügt über eine Rangerstation und zahlreiche Informationstafeln. Mit etwa Glück lassen sich Guanakos, Pumas, Rotfüchse oder der prächtige Andenkondor beobachten. Bei günstigen Witterungsbedingungen reicht der Blick bis zum Gipfel des Cerro San Lorenzo, mit 3 700 Metern die höchste Erhebung der südlichen

5.) Nationalpark Los Arrayanes

Der kleinste Nationalpark Argentiens gilt mit Recht als einer der schönsten Naturräume des Landes. Das 18,4 Quadratkilometer große Gebiet umschließt die Halbinsel Quetrihué im Nahuel-Huapi-See. Als Teil des 1934 gegründeten Nationalparks Nahuel-Huapi wurde das Areal 1971 als spezielles Schutzgebiet der ausgedehnten Arrayán-Myrtenwälder eingerichtet. Die seltenen rötlich gefärbten Bäume verfügen über keine Borke und können bis zu 600 Jahren alt werden. Lang und schmal gewachsen, erreichen sie eine Höhe von bis zu 20 Metern.
Der Eingang zum Park befindet sich südlich der Stadt Villa la Angostura. Ein zwölf Kilometer langer Weg erschließt das Areal für Wanderer und Radler. Die zum Teil recht steilen Aufstiege führen zu herrlichen Aussichtspunkten. Im Park beheimatet sind Guanakos, Füchse, Beutelratten oder die hirschähnlichen Pundus. Entlang der Südspitze lassen sich ausgedehnte Arrayán-Wälder finden. Um die jungen Baumbestände zu schützen, ist das Gelände nur im Rahmen geführter Touren begehbar. Die Südspitze der Großen Feuerlandinsel ist auch per Boot ab Villa la Angostura oder Bariloche erreichbar.

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